Vorwort der Geschäftsführung

 

 Im Jahr 2016 hat das Jobcenter eine strategische Neuausrichtung vollzogen. Die gesamte Aufbau- und Ablauforganisation wurde optimiert, um als kundenorientierter moderner Dienstleister den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden zu können.

Seit April 2016 arbeitet das Jobcenter in den neuen Strukturen. Die Veränderungen konnten aufgrund einer sehr intensiven und umfassenden Vorbereitung ohne Reibungsverluste vorgenommen werden. Das operative Geschäft lief normal weiter. Besonders erfreulich ist, dass die ersten Ergebnisse sehr vielversprechend sind. Die Performance des Jobcenters konnte bereits in den ersten Monaten nach der Umorganisation verbessert werden. So hat eine erste Kundenbefragung ergeben, dass die Zufriedenheit der Kunden mit den Dienstleistungen des Jobcenters deutlich gestiegen ist und auch bei dem gesetzlichen Auftrag, die Kundinnen und Kunden Leistungen zur Grundsicherung zu erbringen und eine berufliche Perspektive zu ermöglichen, sind gute Fortschritte erkennbar. Das macht uns Mut, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen.

Darüber hinaus wurde gemeinsam mit den Kooperationspartner Arbeitsagentur, Kreis (Jugendamt), Schulamt und berufliche Schulen Anfang Dezember eine Jugendberufsagentur als zentraler Anlaufstandort für Jugendliche und jüngere Menschen in JBAElmshorn eingerichtet. Die Jugendberufsagentur im Kreis Pinneberg umfasst dabei das Netzwerk, die Netzwerkarbeit und den Zugang zu den Angeboten der gemeinsamen, abgestimmten Dienstleistungen der genannten Kooperationspartner. Dadurch soll dem Ziel, jungen Menschen unter 25 Jahren den Übergang in das Berufsleben zu erleichtern, besser Rechnung getragen werden.

Diese organisatorischen Veränderungen sollen noch gezielter dazu beitragen,

  • die Chancen des Arbeitsmarktes durch Integrationserfolge für alle Kundinnen und Kunden zu nutzen

  • Langzeitarbeitslose zu aktivieren, qualifizieren und die Integrationschancen zu erhöhen sowie

  • Effektivität und Effizienz unserer Arbeitsmarktdienstleistungen weiter zu steigern.

Erfolge sind erkennbar; der positive Trend der vergangenen zwei Jahre konnte weiter verfestigt werden. Der gute Arbeitsmarkt im Kreis Pinneberg ermöglichte es, wieder viele Arbeitslose im Laufe des Jahres in Arbeit zu bringen. Die Anzahl der Arbeitslosen belief sich Ende des Jahres auf rund 5.415. Damit konnte das Vorjahresergebnis nochmals reduziert werden.

Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften belief sich zum Jahresende nach den vorläufigen Zahlen auf knapp 10.500 und die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten auf gut 13.900.

Neben dem seit 2015 existierenden ESF-Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose wurde im Jahre 2016 ein weiteres Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose zur Sozialen Teilhabe aufgelegt. Beide Programme tragen erfolgreich dazu bei, dieser Personengresf geruppe Beschäftigungsmöglichkeiten zu eröffnen. Zusätzlich gibt es im Jobcenter seit Anfang 2016 einen vom BMAS initiierten neuen Aktivierungsansatz für Langzeitarbeitslose unter dem Namen Netzwerk ABC (Aktivierung, Beratung und Chancen). Durch eine ganzheitliche, intensive Betreuung sollen diese Kundinnen und Kunden, bei denen oftmals multiple Vermittlungshemmnisse bestehen, wieder in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden. Die bisherigen Erfolge übertreffen deutlich die Erwartungen.

Die dem Jobcenter zur Verfügung gestellten Eingliederungsmittel zum arbeitsmarktpolitischen Instrumenteneinsatz konnten genauso wie in den Vorjahren wieder umfassend ausgeschöpft und wirtschaftlich sowie wirksam eingesetzt werden, so dass vielen Kundinnen und Kunden eine Unterstützung, beispielsweise in Form einer Qualifizierung, ermöglicht werden konnte. Für uns ist dabei das Instrument der (abschlussorientierten) beruflichen Weiterbildung von besonderer Wichtigkeit.

Ein besonderes Augenmerk galt auch dem Thema „Flucht“. Für das Jobcenter sind Dienstleistungen für diesen Personenkreis der Asylberechtigten nicht grundsätzlich neu. Schon jetzt haben knapp ein Drittel aller Arbeitslosen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Aber die zunehmende Größenordnung stellt an das Jobcenter hohe Anforderungen, zumal offensichtlich ist, dass vor allem das Jobcenter für Menschen mit Bleibeperspektive ein zentraler Akteur im Integrationsprozess ist. Vor diesem Hintergrund hat sich das Jobcenter personell für diese Herausforderungen aufgestellt und zahlreiche zusätzliche Integrationsmaßnahmen eingerichtet.

Die Bilanz für 2016 fällt unter Berücksichtigung der teilweise nicht einfachen Rahmenbedingungen überaus positiv aus. Vielen Arbeitslosen und ihren Familien konnte nachhaltig geholfen werden, so dass sie nicht mehr auf die Grundsicherung angewiesen sind. Dies ist dem engagierten Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters zu verdanken, ohne den diese Ergebnisse nicht möglich gewesen wären.

Mein Dank gilt gleichermaßen aber auch allen lokalen Netzwerkpartnern sowie den regionalen Arbeitgebern, denn diese haben wieder maßgebend zu den Integrationserfolgen beigetragen.

Die arbeitsmarktlichen Prognosen für das Jahr 2017 sind weiterhin positiv. Die wirtschaftliche Entwicklung wird günstig eingeschätzt und auch die Mehrzahl der Betriebe und Unternehmen geht optimistisch in das neue Jahr. Der Aufwärtstrend bei der Beschäftigung soll sich fortsetzen. Die sich bietenden Chancen und Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt gilt es zu nutzen, um möglichst vielen Menschen im Kreis Pinneberg bei ihrem Wunsch auf Teilhabe am Arbeitsleben bestmöglich zu unterstützen. Ein wichtiges Anliegen des Jobcenters ist es dabei, alle Personen-/Zielgruppen gleichermaßen zu unterstützen.  

Dazu wird das Jobcenter unter Erschließung weiterer Fachkräftepotentiale seine Integrationsstrategie weiterentwickeln, gut eingeführte Aktivitäten, wie z.B. auch das Nachfolgekonzept des BMarbeitsagentur-zukunftsstarterAS „Zukunftsstarter“ für jüngere Menschen, das das Konzept „AusBILDUNG wird was“ abgelöst hat, konsequent fortsetzen und insbesondere auch die bewerberorientierte Integrationsarbeit weiter ausbauen. Neben zahlreichen Schulungsaktivitäten (u.a. zur Leistungsberatung) sollte auch die Einführung der e-Akte Mitte des Jahres zur weiteren Verbesserung der Dienstleistungserbringung durch das Jobcenter beitragen. Die bereits Mitte des letzten Jahres dafür angelaufenen Vorbereitungsarbeiten befinden sich auf einen guten Weg.

 

Elmshorn, im Januar 2017

 

Gerold Mellem

Geschäftsführer