Mittwoch, 01 Februar 2017 07:42

31.01.2017 - Winter hat den Arbeitsmarkt im Griff

Pressemitteilung

 

Nr. 008 / 2017 - 31. Januar 2017

Sperrfrist: Dienstag, 31. Januar 2017, 09.55 Uhr

 

 

Arbeitsmarktlage im Kreis Pinneberg - Januar 2017:

Winter hat den Arbeitsmarkt im Griff

  • Starker saisonaler Anstieg der Arbeitslosenzahl im Januar
  • Personalnachfrage zum Jahresbeginn etwas schwächer als im Vorjahr
  • Spätestens jetzt mit dem Halbjahreszeugnis die Ausbildungsbewerbung starten!

 

Januar 2017

Dezember 2016

Januar 2016

Arbeitslosenzahl

9.155

8.515

9.329

Arbeitslosenquote

5,4

5,0

5,5

 

 

Der starke Anstieg der Arbeitslosenzahl am Jahresbeginn ist saisonal bedingt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Pinneberg um 640 Personen oder 7,5 Prozent zum Vormonat gestiegen. Damit waren 9.155 Männer und Frauen arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 174 Personen oder 1,9 Prozent gesunken.

 

Die Arbeitslosenquote1) ist von 5,0 Prozent im Vormonat auf 5,4 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie 5,5 Prozent betragen.

 

„Nicht nur Arbeitnehmer aus den witterungsabhängigen Branchen wie dem Bau- und Baunebengewerbe oder dem Garten- und Landschaftsbau melden sich jetzt vorübergehend arbeitslos. Auch viele befristete Beschäftigungsverhältnisse im kaufmännischen Bereich laufen am Jahresende aus", sagte Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn. Die höchsten Arbeitslosenzahlen im Jahresverlauf werden in den ersten Wochen des Jahres registriert.

 

Im Kreis Pinneberg meldeten sich im Januar 1.071 Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos. Dies waren 308 mehr als im Dezember, jedoch auch 149 weniger als im Januar des letzten Jahres.

 

Die meisten Menschen, die sich in den letzten Wochen arbeitslos melden mussten, sind Kunden der Arbeitsagentur und haben vorwiegend gute Chancen in den nächsten Wochen einen neuen Job zu finden oder wiedereingestellt zu werden. Im Bereich der Jobcenter ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen hingegen zum Vormonat kaum verändert.

„Aufgrund einer Gesetzesänderung werden seit Januar Personen, die gleichzeitig Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld 2 beziehen, von der Arbeitsvermittlung der Arbeitsagentur beraten und betreut. Auch durch diesen Sondereffekt kam es im Januar zu Veränderungen der Arbeitslosenzahl zwischen Jobcenter und Arbeitsagentur. Im Kreis sind rund 330 Personen vom Jobcenter zur Arbeitsagentur gewechselt“, merkte Thomas Kenntemich an.

 

Von den insgesamt 9.155 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Januar 3.727. Damit ist die Zahl um 627 Personen oder 20,2 Prozent zum Vormonat gestiegen. Es waren 190 Personen (+5,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 5.428 arbeitslose Männer und Frauen registriert. Dies sind 13 Personen oder 0,2 Prozent mehr als im Dezember. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 364 Personen gesunken (-6,3 Prozent).

 

Zu den 9.155 Arbeitslosen kamen im Januar 2.973 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z.B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.

Insgesamt 12.128 Personen befanden sich damit im Kreis Pinneberg in Unterbeschäftigung2). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 500 Personen gestiegen. Damit liegt sie um 4,3 Prozent höher als im Januar 2016. Der Anstieg der Unterbeschäftigung ist zu einem großen Teil dadurch begründet, dass viele Flüchtlinge noch an Sprachkursen, beruflichen Vorbereitungslehrgängen oder betrieblichen Praktika teilnehmen.

 

Arbeitgeber gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Pinneberg 486 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 38 mehr als im Dezember. Gegenüber 2016 startet die Personalnachfrage jedoch etwas schwächer ins neue Jahr - 76 Stellen weniger wurden im ersten Monat des Jahres zur Besetzung aufgegeben.

„Die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt weiterhin auf einem hohen Niveau, vor allem bei den Fachkräften. Besonders gefragt waren in den letzten Wochen unter anderem Erzieher/innen, Kraftfahrzeugmechatroniker/innen sowie Facharbeiter/innen in der Metallbearbeitung und in der Lagerwirtschaft", sagte Thomas Kenntemich.

 

Ausbildungsmarkt

Die Bewerbungsverfahren um die betrieblichen Ausbildungsplätze für 2017 gehen in einigen Branchen wie Banken, Versicherungen, Behörden und vielen Großunternehmen bereits in die entscheidende Phase. Andere Ausbildungsbetriebe z.B. im handwerklichen Bereich oder der freien Berufe (Ärzte, Zahnärzte, Rechtsanwälte etc.) suchen noch in den kommenden Wochen ihre zukünftigen Nachwuchskräfte.

„Die Berufswünsche sollten jetzt feststehen und auch Alternativen überlegt sein. Mit dem aktuellen Halbjahreszeugnis müssen die Unterlagen ergänzt und überprüft werden. Dann können die Bewerbungen starten. Wer früher mit der Bewerbung losgelegt, hat die besseren Chancen auf die Wunschausbildung. Die Berufsberatung hilft bei der Ausbildungswahl und der Lehrstellensuche“, sagte Thomas Kenntemich.

Die Berufsberatung berät zur Ausbildungs- und Studienwahl und vermittelt betriebliche Ausbildungsstellen und duale Studienplätze. Beratungstermine können telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden.

 

Seit Oktober 2016 meldeten sich im Kreis Pinneberg 1.109 Ausbildungsplatzbewerber bei der Berufsberatung, dies waren 49 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 1.201 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet. Dies sind 14 mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit wurden bislang mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber gemeldet.

 

„Auch die Ausbildungsbetriebe sollten zügig ihre Bedarfe unserem Arbeitgeber-Service unter 0800 4 5555 20 melden. Viele sehr motivierte und interessierte Bewerberinnen und Bewerber sind derzeit auf der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz“, erläutert Thomas Kenntemich.

 

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  1. Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen

Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

 

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