Aktuelles (70)

 Hier finden Sie aktuelle Informationen rund um das Jobcenter und Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II)

  • Pressemitteilung

     

    Nr. 022 / 2017 - 01. März 2017

    Sperrfrist: Mittwoch, 01. März 2017, 09.55 Uhr

     

     

    Arbeitsmarktlage im Kreis Pinneberg - Februar 2017:

    Mehr Menschen gehen in Arbeit

    • Nur noch leichter Anstieg der Arbeitslosenzahl im Februar
    • Mehr geflüchtete Menschen auf dem Arbeitsmarkt 2017 erwartet
    • Ausbildungsplatzbörse am 29.03. in der Arbeitsagentur Elmshorn

     

    Februar 2017

    Januar 2017

    Februar 2016

    Arbeitslosenzahl

    9.177

    9.155

    9.240

    Arbeitslosenquote

    5,4

    5,4

    5,5

     

    Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Pinneberg um 22 Personen oder 0,2 Prozent zum Vormonat gestiegen. Damit waren 9.177 Männer und Frauen arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 63 Personen oder 0,7 Prozent gesunken.

     

    Auf die Arbeitslosenquote1) hatte der leichte Anstieg keine Auswirkungen – sie liegt unverändert zum Vormonat bei 5,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 5,5 Prozent betragen.

     

    „Die Arbeitslosigkeit ist im letzten Monat zwar noch einmal leicht gestiegen, aber auch die erwartete Frühjahrsbelebung deutet sich bereits an. Die weiterhin gute Konjunktur und der Ausbildungsbeginn im Februar sorgten für steigende Abmeldungen im Februar. Dank des frost- und schneearmen Februars suchen zudem auch witterungsabhängige Branchen bereits wieder Personal. Wer auf der Suche nach dem passenden Job ist, sollte jetzt intensiv seine Chancen nutzen", sagte Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

     

    Im Kreis Pinneberg meldeten sich im Februar 658 Menschen (Januar: 429) aus der Arbeitslosigkeit in eine Beschäftigung ab. Zudem haben 653 Arbeitslose (Januar: 400) eine Ausbildung oder berufliche Qualifizierung begonnen.

     

    Von den insgesamt 9.177 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Februar 3.795. Damit ist die Zahl um 68 Personen oder 1,8 Prozent zum Vormonat gestiegen. Es waren 317 Personen (+9,1 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet3).

    Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 5.382 arbeitslose Männer und Frauen registriert. Dies sind 46 Personen oder 0,8 Prozent weniger als im Januar. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 380 Personen gesunken (-6,6 Prozent).

     

    Zu den 9.177 Arbeitslosen kamen im Februar 3.120 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z.B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.

    Insgesamt 12.297 Personen befanden sich damit im Kreis Pinneberg in Unterbeschäftigung2). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 573 Personen gestiegen. Damit liegt sie um 4,9 Prozent höher als im Februar 2016.

     

    Der Anstieg der Unterbeschäftigung begründet sich zu einem großen Teil damit, dass derzeit noch viele Flüchtlinge an Sprachkursen, beruflichen Vorbereitungslehrgängen oder betrieblichen Praktika teilnehmen. Bei Arbeitsagentur und Jobcenter waren im Februar 1.789 aus Krisengebieten geflüchtete Menschen arbeitsuchend gemeldet. Von ihnen standen jedoch nur 548 der Arbeitsvermittlung sofort zur Verfügung, waren damit auch arbeitslos.

     

    Nach dem ´Ankommen´, nach Sprachkursen und Qualifizierungen geht es in den kommenden Monaten mehr und mehr um die berufliche Integration in den Betrieben. Damit die Ausbildungs- und Arbeitssuche erfolgreich gelingen kann, bieten wir zusätzliche Angebote, z.B. offene Sprechstunden für Flüchtlinge, spezielle Ansprechpartner für Ehrenamtler oder die Praktikantenbörse für Arbeitgeber. Individuell werden Praktika und notwendige Unterstützungen ermöglicht, Bewerbungshilfen oder Eingliederungszuschüsse gewährt", sagte Thomas Kenntemich und betonte: „Finanziell und personell sind wir gut aufgestellt, für alle anderen Kunden wird es dadurch keine Einschränkungen geben.“

     

    Die Personalnachfrage hat im Februar bereits wieder deutlich angezogen. Aufgrund des Wetters gehen bereits Anfragen nach Baufacharbeitern ein. Fachkräfte sind auch im Metall- und Elektrobereich wieder gesucht, auch Stellen für Kaufleute wurden vermehrt ausgeschrieben. Gute Chancen bieten sich weiterhin den Altenpflegekräften und Erziehern/innen.

    Arbeitgeber gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Pinneberg 827 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 341 mehr als im Januar.

    Die Stellenmeldungen am Jahresanfang erreichen nicht das hohe Niveau des Vorjahres. In diesem Jahr wurden bislang 1.313 Stellen zur Besetzung aufgegeben. Das sind 66 oder 4,8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

     

    Ausbildungsmarkt

    Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen gemeldeten Ausbildungsstellen und Bewerbern im Kreis Pinneberg ist derzeit fast ausgeglichen. Seit Oktober 2016 meldeten sich 1.286 Ausbildungsplatzbewerber/innen bei der Berufsberatung, dies waren 56 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 1.292 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet. Dies sind 5 weniger als im Vorjahreszeitraum.

     

    „Viele Jugendliche bewerben sich jetzt um Plätze an weiterführenden Schulen. Der direkte Weg ins Berufsleben über eine betriebliche Ausbildung kann kürzer und oft sogar chancenreicher sein. Viele interessante Lehrstellen bei namhaften Unternehmen sind noch zu vergeben. Neben spannenden Ausbildungsinhalten bieten sie häufig auch gute Karriere- und Verdienstmöglichkeiten. Anspruchsvolle Ausbildungen können auch für Abiturienten eine echte Alternative zum Studium sein“, sagte Thomas Kenntemich.

     

    Aktuelle Ausbildungsplätze findet man in der Jobbörse unter arbeitsagentur.de. Ausbildungssuchende sollten sich auch den 29. März 2017 vormerken. Auf der Ausbildungsplatzbörse in der Arbeitsagentur Elmshorn wird von 13.00 bis16.00 Uhr über das Ausbildungsstellenangebot im Kreis Pinneberg informiert. Zudem checken Experten die mitgebrachten Bewerbungen.

    Für die Börse nehmen die Arbeitsvermittler unter 0800 4 5555 20 (kostenfrei) noch freie Ausbildungsangebote der Unternehmen entgegen.

     

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    1. Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen

    2. Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

    Sondereffekt im Vorjahresvergleich: Seit Januar 2017 sind Personen, die gleichzeitig Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld 2 beziehen, nicht mehr beim Jobcenter, sondern bei der Arbeitsagentur gemeldet.

  • Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,2 Punkte gestiegen. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt mit 104,4 Punkten einen positiven Ausblick auf die kommenden Monate.

    Die Komponente für die Prognose der Arbeitslosigkeit stieg um 0,2 Punkte und liegt nun mit 101,8 Punkten auf dem besten Wert seit Juni 2011. „Die Konjunktur läuft gut, und zudem werden Arbeitskräfte in Deutschland knapper“, sagt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“. Das Arbeitskräftepotenzial nehme zwar noch etwas zu, aber die Beschäftigung steige deutlich stärker. Für einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit biete das gute Voraussetzungen. Der günstige Arbeitsmarkttrend kompensiere auch die zusätzlichen Arbeitslosmeldungen von Flüchtlingen. Hier sei allerdings zu beachten, dass viele Flüchtlinge wegen Integrationsmaßnahmen erst verzögert in den Arbeitsmarkt einträten.

    Die Beschäftigungskomponente gewinnt nach einer schwächeren Phase 0,3 Punkte und steht im Februar mit 107,0 Punkten auf einem hohen Niveau. „Der Arbeitsmarkt ist gut in Form“, so Weber. Die Nachfrage nach zusätzlichen Arbeitskräften sei hoch. Die Besetzung freier Stellen sei schwieriger geworden, weil die Zunahme der Beschäftigung seit Jahren stärker ausgefallen sei als der Anstieg des Arbeitskräftepotenzials, erklärt Weber. Die positiven Migrationseffekte würden durch den demografischen Wandel gedämpft. Unterm Strich habe sich das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial in Deutschland daher verringert. Deshalb würden die Betriebe versuchen, ihre Mitarbeiter länger zu halten. Das Entlassungsrisiko liege auf dem niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung.

    Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist ein Frühindikator, der auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen basiert. Während Komponente A des Barometers die Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen für die nächsten drei Monate prognostiziert, dient Komponente B der Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung. Der Mittelwert aus den Komponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ bildet den Gesamtwert des IAB-Arbeitsmarktbarometers. Dieser Indikator gibt damit einen Ausblick auf die Gesamtentwicklung des Arbeitsmarkts. Aktuell wurden die Werte der Komponente B aus den vergangenen Monaten aufgrund einer Änderung in der statistischen Datenbasis revidiert. Die Skala des IAB-Arbeitsmarktbarometers reicht von 90 (sehr schlechte Entwicklung) bis 110 (sehr gute Entwicklung).

    Zum Download stehen bereit:

    - eine Zeitreihe des IAB-Arbeitsmarktbarometers einschließlich seiner Einzelkomponenten „Arbeitslosigkeit“ und „Beschäftigung“ unter www.iab.de/presse/abzeitreihe

    - eine Grafik mit dem aktuellen Werten des IAB-Arbeitsmarktbarometers und seiner Komponenten sowie eine Zeitreihengrafik unter www.iab.de/presse/abgrafik

     

    Quelle: Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 27.2.2017

     

     

  • Einige Arbeitssuchende hatten es schon fast aufgegeben, einen neuen Job zu finden. Bis das Vertriebsteam des Jobcenters Kreis Pinneberg sie angesprochen hatte.

     

    Es stellte ihnen in Kooperation mit einem Arbeitgeber ein neues Konzept vor, das neben Elektrotechnikern auch Quereinsteigern die Möglichkeit bietet, an einer dreimonatigen Weiterbildung zum Gefahrenmeldetechniker am ELBCAMPUS in Hamburg teilzunehmen. Die Prüfung beinhaltet unter anderem das Zertifikat zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten.

     

    Das Besondere daran: Nach erfolgreichem Abschluss können die Absolventen das Gelernte sofort in einem bezahlten Praktikum umsetzen und werden anschließend regelmäßig in eine Festanstellung übernommen.

     

    „Das Projekt ist ein voller Erfolg“ freut sich das Vertriebsteam des Jobcenters Pinneberg. „Im Grunde handelt es sich um eine Weiterbildung mit Jobgarantie. Knapp 80% haben die Prüfung bestanden, über die Hälfte haben kürzlich einen Arbeitsvertrag unterschrieben.“

     

    Die Chance auf einen qualifizierten und sicheren Arbeitsplatz nahmen auch zwei Geflüchtete aus Syrien und Iran wahr. Nach Abschluss der Integrationssprachkurse und erfolgreich abgeschlossener Qualifizierung konnten sie jetzt über den Arbeitgeber zeitfairtrieb GmbH eine Tätigkeit als Gefahrenmeldetechniker aufnehmen.

     

    Damit hört der Karriereweg jedoch noch nicht auf. Teilnehmer, die sich in der Praxisphase mit einem hohen Leistungsniveau hervortun, können in einem für sie kostenfreien Wochenendkurs den anerkannten Abschluss nach den Richtlinien des Zentralverbands der Elektroindustrie (ZVEI) erlangen.

     

    „Damit verhelfen wir nicht nur Quereinsteigern zu einem gut bezahlten Job, sondern schließen auch eine Marktlücke“ erklärt Wolfgang Bade von der Firma zeitfairtrieb GmbH. Das Unternehmen ist Partner dieses Projekts und vermittelt die Kursabsolventen in die Fachbetriebe für Praktika und Festanstellung. „Schutz und Sicherheit sind ein menschliches Grundbedürfnis, das, gepaart mit den heutigen technischen Möglichkeiten, eine riesige Nachfrage zur Folge hat“ sagt Bade. „Qualifizierte Installateure sind jedoch rar gesät“.

     

  • Qualifizierte Pflegehilfskräfte sind rar gesät - aber auch ohne berufliche Vorerfahrung ist mit viel Eifer und Motivation ein Einstieg in die Pflege möglich.

     

    Das Unternehmen CareProfis GmbH, der Bildungsträger Elbcampus und das Vertriebsteam des Jobcenters Kreis Pinneberg machten es für 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer möglich, in kurzer Zeit eine praxisnahe und bedarfsgerechte Qualifizierung in der Altenpflege zu durchlaufen.

     

    „Mit dieser Qualifizierung schaffen wir ein Angebot, das hervorragend dazu geeignet ist, die Teilnehmenden nachhaltig und langfristig auf dem ersten Arbeitsmarkt zu positionieren“ erklärt René Eckardt vom Vertriebsteam des Jobcenters Kreis Pinneberg.

     

    In der zweimonatigen Qualifizierung lernen die Teilnehmer/innen die wichtigsten theoretischen und praktischen Grundlagen für einen Einsatz in der mobilen oder auch stationären Pflege. Der Umgang mit Pflegebedürftigen, Hygienevorschriften, Erste Hilfe und Alltagsbegleitung – das sind nur einige Bausteine der Qualifikation. In Praktika wird das neu Erlernte unter Anleitung umgesetzt und geübt.

     

    Für die Teilnehmenden des Kurses bleibt es aber nicht nur bei einer Qualifizierung: Die Firma CareProfis GmbH gab jedem Teilnehmenden bereits im Vorwege für das erfolgreiche Bestehen der Qualifizierung eine Einstellungszusage. So gab es nach der Prüfung, die alle 12 Teilnehmer erfolgreich bestanden haben, noch einen weiteren Grund zur Freude: den ersehnten Arbeitsvertrag.

  • Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 21.2.2017

    Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das vierte Quartal 2016

    Anhaltend hohes Niveau offener Stellen

    Im vierten Quartal 2016 gab es auf dem ersten Arbeitsmarkt bundesweit 1.044.000 offene Stellen. Damit lag die Zahl der offenen Stellen um 6.000 über dem hohen Niveau des vierten Quartals 2015. Das geht aus der IAB-Stellenerhebung hervor, einer regelmäßigen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

    Verglichen mit dem dritten Quartal 2016 zeigt sich ein Anstieg um rund 80.000 offene Stellen. Ein Anstieg vom dritten auf das vierte Quartal entspricht dem üblichen Saisonmuster. Vom dritten Quartal 2015 auf das vierte Quartal 2015 fiel er mit rund 60.000 etwas geringer aus, in den Vorjahren dagegen höher.

    In Westdeutschland waren im vierten Quartal 2016 gut 801.000 offene Stellen zu vergeben, in Ostdeutschland gut 242.000.

    Der Anteil der sofort zu besetzenden Stellen an allen offenen Stellen hat mit rund 81 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. „Die Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung zeigen eine anhaltend gute und robuste Arbeitsmarktnachfrage in ganz Deutschland“, erklärte dazu der IAB-Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis am Dienstag in Nürnberg.

    Das IAB untersucht mit der IAB-Stellenerhebung viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Im vierten Quartal 2016 lagen Antworten von rund 11.500 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche vor. Die Zeitreihen zur Zahl der offenen Stellen auf Basis der IAB-Stellenerhebung sind unter http://www.iab.de/stellenerhebung/daten online veröffentlicht.

     

    Nachrichten aus dem IAB jetzt auch auf Twitter: https://twitter.com/iab_news

     

     

    Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)
    Pressestelle: Wolfgang Braun, Miriam Dreschel, Sophia Koenen, Janina Müller
    Regensburger Straße 100, 90478 Nürnberg
    Telefon (0911) 179-1946
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  • Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 8.2.2017

    Sanktionen bei jungen Hartz-IV-Beziehern

    Schnellere Arbeitsaufnahme, aber auch Nebenwirkungen

    Junge Hartz-IV-Bezieher beginnen nach Sanktionen wegen Pflichtverletzungen schneller eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als Nicht-Sanktionierte. Allerdings können die Sanktionen auch zum Rückzug vom Arbeitsmarkt führen. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, in der die Wirkung von Sanktionen auf männliche Hartz-IV-Empfänger unter 25 Jahren in Westdeutschland untersucht wurde.

    Die Studie zeigt, dass die Abgangsraten in Beschäftigung bei unter 25-jährigen sanktionierten Hartz-IV-Empfängern höher ausfallen als bei einer Vergleichsgruppe ohne Sanktionen. Bei allein lebenden Personen liegt die Abgangsrate in Beschäftigung bei der ersten Sanktion um mehr als 100 Prozent höher. Bei einer zweiten Sanktion steigert sich die Abgangsrate um weitere 150 Prozent. Bei Personen in Mehrpersonen-Bedarfsgemeinschaften steigt die Abgangsrate bei der ersten Sanktion um 70 Prozent und bei einer zweiten Sanktion um weitere 120 Prozent. Die schwächer ausfallenden Sanktionswirkungen bei Personen in Mehrpersonen-Bedarfsgemeinschaften könnten sich damit erklären lassen, dass hier auf die Ressourcen und Unterstützung anderer Haushaltsmitglieder zurückgegriffen werden kann.

    „Die Ergebnisse unterstreichen, dass Sanktionen Anreize zur Arbeitsuche verstärken. Allerdings sind sie mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden, da der Anreiz zum Rückzug aus dem Arbeitsmarkt zunimmt“, so die Autoren der Studie. Zudem fällt bei den Sanktionierten der Lohn bei einer Beschäftigungsaufnahme im Durchschnitt geringer aus als bei den Nicht-Sanktionierten. Personen in Singlebedarfsgemeinschaften verdienen im ersten Job nach der ersten Sanktion rund fünf Prozent weniger, Personen in Mehrpersonen-Bedarfsgemeinschaften rund drei Prozent weniger. Nach der zweiten Sanktion ist der Effekt dagegen statistisch nicht signifikant. „Vor dem Hintergrund der Forschungsergebnisse wäre eine Reform des Sanktionssystems denkbar, die sehr einschneidende Leistungsminderungen durch Sanktionen vermeidet, aber Anreize zur Arbeitsuche aufrechterhält“, so die Forscher.

    Der Gesetzgeber hat die Sanktionsregeln bei unter 25-Jährigen strenger ausgestaltet als bei über 25-Jährigen. Bei einer ersten Pflichtverletzung, zum Beispiel der Ablehnung eines zumutbaren Stellenangebots oder der Verweigerung der Teilnahme an einer Fördermaßnahme, wird bei unter 25-Jährigen der Leistungsbezug für bis zu drei Monate auf die Leistungen für die Unterkunft begrenzt. Bei wiederholten Pflichtverletzungen innerhalb eines Jahres entfällt der Hartz-IV-Bezug für bis zu drei Monate vollständig. Bei den über 25-Jährigen führt die erste Sanktion zu einer Reduzierung um 30 Prozent und bei einem weiteren Verstoß um 60 Prozent des Regelbedarfs, also der Hartz-IV-Leistungen zur Deckung der Kosten des täglichen Lebens ohne die Unterkunftskosten. Erst bei einer dritten Pflichtverletzung innerhalb eines Jahres können bei den über 25-Jährigen die Hartz-IV-Leistungen für drei Monate vollständig entfallen. Die Jobcenter können hohe Sanktionen von mehr als 30 Prozent des Regelbedarfes abmildern, indem sie Sachleistungen erbringen - und sie müssen dies sogar, wenn Hartz-IV-Bezieher mit minderjährigen Kindern in einem Haushalt leben.

    Bei Sanktionen wegen Meldeversäumnissen, wenn also beispielsweise Hartz-IV-Bezieher Termine beim Jobcenter nicht wahrnehmen, werden sowohl bei den unter 25-Jährigen wie bei den über 25-Jährigen drei Monate lang zehn Prozent des Regelbedarfs gestrichen. Diese weniger strikten Sanktionen waren aber nicht Gegenstand der IAB-Studie. Auch die Wirkung von Sanktionen auf über 25-Jährige wurde in ihr nicht untersucht.

    Die Studie ist im Internet abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2017/kb0517.pdf.

     

    Nachrichten aus dem IAB jetzt auch auf Twitter: https://twitter.com/iab_news

     

     

    Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)
    Pressestelle: Wolfgang Braun, Miriam Dreschel, Sophia Koenen, Janina Müller
    Regensburger Straße 100, 90478 Nürnberg
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  • Pressemitteilung

     

    Nr. 008 / 2017 - 31. Januar 2017

    Sperrfrist: Dienstag, 31. Januar 2017, 09.55 Uhr

     

     

    Arbeitsmarktlage im Kreis Pinneberg - Januar 2017:

    Winter hat den Arbeitsmarkt im Griff

    • Starker saisonaler Anstieg der Arbeitslosenzahl im Januar
    • Personalnachfrage zum Jahresbeginn etwas schwächer als im Vorjahr
    • Spätestens jetzt mit dem Halbjahreszeugnis die Ausbildungsbewerbung starten!

     

    Januar 2017

    Dezember 2016

    Januar 2016

    Arbeitslosenzahl

    9.155

    8.515

    9.329

    Arbeitslosenquote

    5,4

    5,0

    5,5

     

     

    Der starke Anstieg der Arbeitslosenzahl am Jahresbeginn ist saisonal bedingt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Pinneberg um 640 Personen oder 7,5 Prozent zum Vormonat gestiegen. Damit waren 9.155 Männer und Frauen arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 174 Personen oder 1,9 Prozent gesunken.

     

    Die Arbeitslosenquote1) ist von 5,0 Prozent im Vormonat auf 5,4 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie 5,5 Prozent betragen.

     

    „Nicht nur Arbeitnehmer aus den witterungsabhängigen Branchen wie dem Bau- und Baunebengewerbe oder dem Garten- und Landschaftsbau melden sich jetzt vorübergehend arbeitslos. Auch viele befristete Beschäftigungsverhältnisse im kaufmännischen Bereich laufen am Jahresende aus", sagte Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn. Die höchsten Arbeitslosenzahlen im Jahresverlauf werden in den ersten Wochen des Jahres registriert.

     

    Im Kreis Pinneberg meldeten sich im Januar 1.071 Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos. Dies waren 308 mehr als im Dezember, jedoch auch 149 weniger als im Januar des letzten Jahres.

     

    Die meisten Menschen, die sich in den letzten Wochen arbeitslos melden mussten, sind Kunden der Arbeitsagentur und haben vorwiegend gute Chancen in den nächsten Wochen einen neuen Job zu finden oder wiedereingestellt zu werden. Im Bereich der Jobcenter ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen hingegen zum Vormonat kaum verändert.

    „Aufgrund einer Gesetzesänderung werden seit Januar Personen, die gleichzeitig Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld 2 beziehen, von der Arbeitsvermittlung der Arbeitsagentur beraten und betreut. Auch durch diesen Sondereffekt kam es im Januar zu Veränderungen der Arbeitslosenzahl zwischen Jobcenter und Arbeitsagentur. Im Kreis sind rund 330 Personen vom Jobcenter zur Arbeitsagentur gewechselt“, merkte Thomas Kenntemich an.

     

    Von den insgesamt 9.155 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Januar 3.727. Damit ist die Zahl um 627 Personen oder 20,2 Prozent zum Vormonat gestiegen. Es waren 190 Personen (+5,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

    Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 5.428 arbeitslose Männer und Frauen registriert. Dies sind 13 Personen oder 0,2 Prozent mehr als im Dezember. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 364 Personen gesunken (-6,3 Prozent).

     

    Zu den 9.155 Arbeitslosen kamen im Januar 2.973 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z.B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind.

    Insgesamt 12.128 Personen befanden sich damit im Kreis Pinneberg in Unterbeschäftigung2). Die Unterbeschäftigung ist in den letzten zwölf Monaten um 500 Personen gestiegen. Damit liegt sie um 4,3 Prozent höher als im Januar 2016. Der Anstieg der Unterbeschäftigung ist zu einem großen Teil dadurch begründet, dass viele Flüchtlinge noch an Sprachkursen, beruflichen Vorbereitungslehrgängen oder betrieblichen Praktika teilnehmen.

     

    Arbeitgeber gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Pinneberg 486 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 38 mehr als im Dezember. Gegenüber 2016 startet die Personalnachfrage jedoch etwas schwächer ins neue Jahr - 76 Stellen weniger wurden im ersten Monat des Jahres zur Besetzung aufgegeben.

    „Die Nachfrage nach Arbeitskräften liegt weiterhin auf einem hohen Niveau, vor allem bei den Fachkräften. Besonders gefragt waren in den letzten Wochen unter anderem Erzieher/innen, Kraftfahrzeugmechatroniker/innen sowie Facharbeiter/innen in der Metallbearbeitung und in der Lagerwirtschaft", sagte Thomas Kenntemich.

     

    Ausbildungsmarkt

    Die Bewerbungsverfahren um die betrieblichen Ausbildungsplätze für 2017 gehen in einigen Branchen wie Banken, Versicherungen, Behörden und vielen Großunternehmen bereits in die entscheidende Phase. Andere Ausbildungsbetriebe z.B. im handwerklichen Bereich oder der freien Berufe (Ärzte, Zahnärzte, Rechtsanwälte etc.) suchen noch in den kommenden Wochen ihre zukünftigen Nachwuchskräfte.

    „Die Berufswünsche sollten jetzt feststehen und auch Alternativen überlegt sein. Mit dem aktuellen Halbjahreszeugnis müssen die Unterlagen ergänzt und überprüft werden. Dann können die Bewerbungen starten. Wer früher mit der Bewerbung losgelegt, hat die besseren Chancen auf die Wunschausbildung. Die Berufsberatung hilft bei der Ausbildungswahl und der Lehrstellensuche“, sagte Thomas Kenntemich.

    Die Berufsberatung berät zur Ausbildungs- und Studienwahl und vermittelt betriebliche Ausbildungsstellen und duale Studienplätze. Beratungstermine können telefonisch unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 vereinbart werden.

     

    Seit Oktober 2016 meldeten sich im Kreis Pinneberg 1.109 Ausbildungsplatzbewerber bei der Berufsberatung, dies waren 49 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum haben die Unternehmen 1.201 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet. Dies sind 14 mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit wurden bislang mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber gemeldet.

     

    „Auch die Ausbildungsbetriebe sollten zügig ihre Bedarfe unserem Arbeitgeber-Service unter 0800 4 5555 20 melden. Viele sehr motivierte und interessierte Bewerberinnen und Bewerber sind derzeit auf der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz“, erläutert Thomas Kenntemich.

     

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    1. Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen

    Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

     

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  • Presseinformation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom 18.1.2017

    Investitionen in die Integration von Geflüchteten lohnen sich

    Mehr staatliche Unterstützung beim Deutschlernen und weitere Investitionen in die Bildung von Geflüchteten verbessern nicht nur deren Integration in den deutschen Arbeitsmarkt, sondern lohnen sich langfristig auch für die öffentlichen Haushalte. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Zusätzliche Investitionen von 3,3 Milliarden Euro in Sprachkenntnisse und Bildung der 2015 zugewanderten Flüchtlinge können die fiskalischen Kosten bis zum Jahr 2030 um elf Milliarden Euro reduzieren.

    Bei ihren Berechnungen sind die Forscher davon ausgegangen, dass durch verstärkte öffentliche Investitionen in Integrations- und Sprachkurse der Anteil der Geflüchteten mit guten oder sehr guten deutschen Sprachkenntnissen zehn Jahre nach dem Zuzug um 20 Prozentpunkte von 46 auf 66 Prozent erhöht werden kann. Ein solches Niveau werde von anderen Migrantengruppen auch erreicht. Zudem nehmen die Forscher an, dass durch zusätzliche Investitionen in die Allgemein- und Berufsbildung Geflüchteter der Anteil der Personen, die in Deutschland einen beruflichen Abschluss erwerben, um ebenfalls 20 Prozentpunkte von 13 auf 33 Prozent erhöht werden kann. „Auch bei anderen Migrantengruppen erwerben bis zu einem Drittel noch berufliche Abschlüsse in Deutschland“, argumentieren die Arbeitsmarktforscher.

    „In der Vergangenheit haben der Erwerb eines deutschen Bildungsabschlusses und das Erreichen von guten oder sehr guten Deutschkenntnissen die Beschäftigungswahrscheinlichkeit von Flüchtlingen jeweils um rund 20 Prozentpunkte und die Verdienste jeweils um rund 20 Prozent erhöht“, betonen die Autoren der Studie. Dies spare Sozialausgaben und erhöhe die Steuereinnahmen.

    Daher sei es sinnvoll, die Investitionen in den Spracherwerb und den Erwerb zusätzlicher Bildungsabschlüsse zu beschleunigen und den Kreis der Anspruchsberechtigten zu erweitern, so die Arbeitsmarktforscher. Mit der Öffnung der Integrationskurse für Asylbewerber, die aus Herkunftsländern mit guter Bleibeperspektive stammen, wurde zwar bereits ein wichtiger Schritt für die Investitionen in die Sprachkenntnisse von Geflüchteten gemacht. „Allerdings bleiben große Gruppen weiterhin bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens ausgeschlossen, obwohl auch von ihnen ein erheblicher Teil länger in Deutschland bleiben wird“, schreiben die Forscher. Vor dem Hintergrund der hohen Erträge sollte daher beispielsweise überdacht werden, ob die Integrationskurse nicht von vornherein für alle Asylbewerber, und nicht nur für Asylbewerber aus Ländern mit einer hohen Anerkennungswahrscheinlichkeit, geöffnet werden.

    Die Studie beruht auf einem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanzierten Forschungsprojekt, das die gesamtwirtschaftlichen und fiskalischen Wirkungen der Flüchtlingszuwanderung aus dem Jahr 2015 bis zum Jahr 2030 analysiert. 2015 wurden 890.000 neu zugezogene Flüchtlinge in Deutschland gezählt.

    Die Studie ist im Internet abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2017/kb0217.pdf.

     

     

    Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)
    Pressestelle: Wolfgang Braun, Miriam Dreschel, Sophia Koenen, Janina Müller
    Regensburger Straße 100, 90478 Nürnberg
    Telefon (0911) 179-1946
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  • Pressemitteilung

     

    Nr. 001 / 2017 - 03. Januar 2017

    Sperrfrist: Dienstag, 03. Januar 2017, 09.55 Uhr

     

    Arbeitsmarktlage im Kreis Pinneberg - Dezember 2016:

    Arbeitslosenzahl steigt saisonal zum Jahresende

     

    • Rückblick 2016: mehr Stellen, mehr Beschäftigte, auch mehr Arbeitslose
    • Herausforderungen 2017 bleiben die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, die Sicherung des Fachkräftebedarfs und die nachhaltige Integration Geflüchteter

     

    Dezember 2016

    November 2016

    Dezember 2015

    Arbeitslosenzahl

    8.515

    8.188

    8.380

    Arbeitslosenquote

    5,0

    4,8

    5,0

     

    Im Kreis Pinneberg waren im Dezember 8.515 Männer und Frauen arbeitslos. Damit ist die Arbeitslosenzahl um 327 Personen oder 4,0 Prozent zum Vormonat gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 135 Personen oder 1,6 Prozent angewachsen.

     

    Die Arbeitslosenquote1) ist von 4,8 Prozent im Vormonat auf 5,0 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie ebenfalls 5,0 Prozent betragen.

     

    „Viele witterungsabhängige Betriebe setzten im Dezember Personal frei, auch Saisonaushilfen aus der Produktion und dem Versand meldeten sich verstärkt. Die saisonale Entlassung kann für Unternehmen aber auch zum Bumerang werden, wenn sich die eingearbeiteten Fachkräfte aufgrund des guten Arbeitsmarktes in andere Betriebe/Branchen umorientieren. Unternehmen sollten daher alle Möglichkeiten einer ganzjährigen Beschäftigung, z.B. über Arbeitszeitkonten, prüfen. Betriebe des Baugewerbes, des Dachdeckerhandwerks und des Garten- und Landschaftsbaus können wir bis März mit dem Saison-Kurzarbeitergeld unterstützen", so Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn.

    Unternehmen, die berechtigt sind Saison-Kurzarbeitergeld zu beziehen, brauchen dank einer gesetzlichen Neuregelung die Kurzarbeit nicht mehr im Vorwege anzeigen. Es müssen nur noch die Abrechnungsunterlagen eingereicht und Nachweise über den Ausfallgrund bereitgehalten werden. Dies macht die Abwicklung für Unternehmen und Arbeitsagentur einfacher.

     

    Von den insgesamt 8.515 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Dezember 3.100. Damit ist die Zahl um 130 Personen oder 4,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Es waren 148 Personen (+5,0 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.

     

    Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 5.415 arbeitslose Männer und Frauen registriert. Dies waren 197 Personen oder 3,8 Prozent mehr als im November. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 13 Personen leicht zurückgegangen (-0,2 Prozent).

     

    Im Dezember sinkt die Nachfrage der Unternehmen nach Personal – dies ist eine saisonal übliche Entwicklung. Arbeitgeber gaben dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Elmshorn und des Jobcenters Kreis Pinneberg insgesamt 448 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Dies waren 96 weniger als im November.

    Derzeit sind 2.524 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen von den Unternehmen im Kreis Pinneberg zur Besetzung gemeldet. Das Angebot ist damit zum Vorjahr um 61 Arbeitsstellen zurückgegangen.

     

     

    Jahresdurchschnittswerte / Rückblick / Ausblick

     

    Um die Entwicklung des Arbeitsmarktes im vergangenen Jahr umfassend einzuschätzen zu können, ist es sinnvoll nicht nur die Dezemberwerte, sondern auch die Jahresdurchschnittswerte – und damit längerfristige Trends - zu betrachten.

     

    „Die überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen in unserer Region ließen sich durch internationale Unsicherheiten nicht beirren. Unser Arbeitgeber-Service konnte im letzten Jahr eine steigende Personalnachfrage verzeichnen. Viele Betriebe haben ihren Personalstamm ausgebaut, die Zahl der Beschäftigten ist im Kreis deutlich gestiegen. Dass es gleichzeitig mehr Menschen gibt, die eine Beschäftigung suchen, ist vorrangig ein Effekt des Zuzugs geflüchteter Menschen“, zog Thomas Kenntemich Bilanz.

    „Der Trend könnte sich in diesem Jahr fortsetzen. Während die Beschäftigung auf einem hohen Niveau bleibt, steigt die Arbeitslosenzahl leicht. Die Herausforderungen bleiben die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, die Sicherung des Fachkräftebedarfs und die nachhaltige Integration Geflüchteter. Wir sollten sie auch als Chancen sehen!“

     

    Im vergangenen Jahr wurden mit 6.972 gemeldeten Jobangeboten 2,0 Prozent mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet. Der Bestand an offenen Stellen in der Jobbörse wuchs um 182 auf jahresdurchschnittlich 2.219.

     

    Im Kreis Pinneberg arbeiteten Ende Juni 88.260 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Dies waren 3,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Beschäftigungszuwächse gab es insbesondere im Handel, im Pflegebereich und Erziehungswesen sowie in vielen Dienstleistungsbranchen (z.B. Wach- und Sicherheitsdienste, Gebäudebetreuung, Vermietungswesen). Auch im Baugewerbe und in der Logistik arbeiteten mehr Menschen. Hingegen haben öffentliche Verwaltungen und verarbeitende Gewerbe in den vergangenen Monaten eher Personal abgebaut.

     

    Trotz der hohen Personalnachfrage und der wachsenden Beschäftigung ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Pinneberg zum Vorjahr leicht angestiegen. Im Jahresdurchschnitt waren 8.754 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies sind 78 Personen oder 0,9 Prozent mehr als im Jahr 2015.

    Im Jahresverlauf meldeten sich im Kreis Pinneberg 9.169 Menschen aus einer Beschäftigung neu arbeitslos. Dies waren 76 mehr als im Vorjahr.

     

    Auf die Arbeitslosenquote1 hatte dies keine Auswirkung. Sie beträgt im Jahresdurchschnitt 5,2 Prozent und bleibt damit unverändert zum Vorjahr.

     

    Zu den durchschnittlich 8.754 Arbeitslosen kamen im vergangenen Jahr 2.706 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren – z.B. weil sie sich derzeit qualifizieren oder vorübergehend arbeitsunfähig sind. Insgesamt 11.460 Personen befanden sich damit im Kreis Pinneberg in Unterbeschäftigung2). Die Unterbeschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen - um 517 Personen.

     

    Die Unterbeschäftigung ist im vergangenen Jahr vor allem auch gestiegen, weil mehr geflüchtete Menschen sprachlich und beruflich qualifiziert wurden. Im Dezember waren 1.586 aus Krisengebieten geflüchtete Menschen bei Arbeitsagentur und Jobcenter arbeitsuchend gemeldet, nur 432 waren auch als arbeitslos gemeldet. Viele von ihnen haben noch Sprachkurse oder berufliche Vorbereitungslehrgänge besucht. In den kommenden Monaten werden sie verstärkt eine Ausbildung oder Beschäftigung suchen.

     

    Mit dem neuen Angebot der integrationsorientierten Praktikumsbörse unterstützt der Arbeitgeber-Service Unternehmen, die neben Schülern und Studierenden auch geflüchteten Menschen eine Möglichkeit geben wollen, sich beruflich zu orientieren.

    „Das gegenseitige Kennenlernen von Arbeitgebern und geflüchteten Menschen fällt meist in einem Praktikum leichter. Dann kann festgestellt werden, welche Kenntnisse noch fehlen und welche Unterstützungen nötig sind. Die Zuwanderer erfahren mehr über die hiesigen Arbeitsweisen und erweitern ihre Deutschkenntnisse. Deshalb wünsche ich mir noch mehr Unternehmen, die in der Jobbörse auch ihre Praktikumsplätze für geflüchtete Menschen anbieten. Gemeinsam können wir viele zu Fachkräften entwickeln“, sagte Thomas Kenntemich. Die Mitarbeiter des Arbeitgeber-Service informieren und helfen unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20 gerne weiter.

     

    Eine weitere Herausforderung bleibt die Langzeitarbeitslosigkeit – jeder dritte Arbeitslose ist betroffen. Im vergangenen Jahr waren 2.919 Menschen schon ein Jahr oder länger bei der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Die Jahresdurchschnittszahl ist damit um 41 zum Vorjahr gestiegen.

    „Viele Arbeitslose profitierten leider nicht von den hohen Personalbedarfen der Unternehmen. Oft sind es Alter, Arbeitszeiteinschränkungen oder Gesundheit, die die Arbeitssuche erschweren. Häufig fehlen auch benötigte Qualifikationen. Auf der anderen Seite suchen die Betriebe in unserer Region zunehmend Fachkräfte. Eine gute Qualifikation schützt besser vor Arbeitslosigkeit“, so Thomas Kenntemich.

     

    Mit dem Programm Zukunftsstarter werden Arbeitsagentur und Jobcenter in diesem Jahr besonders junge Erwachsene ab 25 Jahren ohne Berufsabschluss bei einer betrieblichen Ausbildung unterstützen. Präventiv werden auch beschäftigte Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer mit dem Sonderprogramm „WeGebAU“ unterstützt.

     

    Die Online-Services wird die Bundesagentur für Arbeit kontinuierlich ausbauen. Jeder dritte Arbeitslosengeldantrag wurde 2016 im Agenturbezirk Elmshorn bereits online eingereicht. Neben den bereits vorhandenen vielfältigen Informationsangeboten und Formulardiensten soll es zukünftig noch besser möglich sein, interaktiv die eigenen Daten zu verwalten, den Bearbeitungsstand zu sehen oder mit den Ansprechpartnern in Kontakt zu treten. Dies wird die Transparenz für die Kunden erhöhen und kann künftig manchen Behördengang ersparen.

     

     

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    1. Arbeitslose in Prozent aller zivilen Erwerbspersonen

    2. Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.


     

    Unser gesamtes Statistikangebot finden Sie hier.

  • Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit vom 19. Dezember 2016


    Das ändert sich ab Januar 2017: Bezieher von Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II werden durch Agenturen für Arbeit betreut

    Mit dem 9. SGB II-Änderungsgesetz erhalten Personen, die neben Arbeitslosengeld I auch Arbeitslosengeld II beziehen (sogenannte Aufstocker), ab 01. Januar 2017 alle Leistungen der aktiven Arbeitsförderung durch die für sie zuständige Agentur für Arbeit. Die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes (insbesondere die Regelungen zur Bedarfsgemeinschaft) werden weiterhin vom Jobcenter gezahlt.

    Die organisatorische Umstellung wird von der Agentur für Arbeit in Abstimmung mit dem Jobcenter vorgenommen. Die derzeit knapp 80.000 Kundinnen und Kunden selbst müssen nichts unternehmen. Ab Januar 2017 wenden sie sich dann bei persönlichen Änderungen (neue Anschrift, Arbeitsaufnahme, etc.) an ihre jeweilige Agentur für Arbeit. Sofern erforderlich gibt die Agentur für Arbeit die Information auch an das Jobcenter weiter. Sämtliche Anträge (z. B. auf Erstattung von Bewerbungs- und Reisekosten) bearbeitet künftig die Agentur für Arbeit.

    Alle betroffenen Kundinnen und Kunden erhalten baldmöglichst eine Einladung zu einem Termin in der Agentur für Arbeit, bei dem alles Weitere besprochen wird. Die Einladungen werden automatisch verschickt.

    Bei Fragen können sich die Kundinnen und Kunden schon jetzt an ihre jeweilige Agentur für Arbeit wenden. Diese ist unter der bundesweit einheitlichen gebührenfreien Telefonnummer 0800 4 5555 00 (Montag bis Freitag von 8 bis 18
    Uhr) erreichbar.

    Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit vom 19. Dezember 2016

     

     

    Das ändert sich ab Januar 2017: Bezieher von Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II werden durch Agenturen für Arbeit betreut

     

    Mit dem 9. SGB II-Änderungsgesetz erhalten Personen, die neben Arbeitslosengeld I auch Arbeitslosengeld II beziehen (sogenannte Aufstocker), ab 01. Januar 2017 alle Leistungen der aktiven Arbeitsförderung durch die für sie zuständige Agentur für Arbeit. Die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes (insbesondere die Regelungen zur Bedarfsgemeinschaft) werden weiterhin vom Jobcenter gezahlt.

     

    Die organisatorische Umstellung wird von der Agentur für Arbeit in Abstimmung mit dem Jobcenter vorgenommen. Die derzeit knapp 80.000 Kundinnen und Kunden selbst müssen nichts unternehmen. Ab Januar 2017 wenden sie sich dann bei persönlichen Änderungen (neue Anschrift, Arbeitsaufnahme, etc.) an ihre jeweilige Agentur für Arbeit. Sofern erforderlich gibt die Agentur für Arbeit die Information auch an das Jobcenter weiter. Sämtliche Anträge (z. B. auf Erstattung von Bewerbungs- und Reisekosten) bearbeitet künftig die Agentur für Arbeit.

     

    Alle betroffenen Kundinnen und Kunden erhalten baldmöglichst eine Einladung zu einem Termin in der Agentur für Arbeit, bei dem alles Weitere besprochen wird. Die Einladungen werden automatisch verschickt.

     

    Bei Fragen können sich die Kundinnen und Kunden schon jetzt an ihre jeweilige Agentur für Arbeit wenden. Diese ist unter der bundesweit einheitlichen gebührenfreien Telefonnummer 0800 4 5555 00 (Montag bis Freitag von 8 bis 18

    Uhr) erreichbar.